Die Gemeinschaft

 

 

Die heute im Sprachgebrauch genannte Genossenschaft bezeichnet einen Zusammenschluss von Menschen zu Zwecken der Erwerbstätigkeit oder der wirtschaftlichen oder/und sozialen Förderung der Mitglieder durch gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. In unserem Projekt benennen wir nicht die Genossenschaft, vielmehr sprechen wir von einer Gemeinschaft, die dem ganzen Plan näherkommt. Gemeinschaft bezeichnet in der Soziologie eine überschaubare soziale Gruppe von Menschen, wie eine Familie, eine Gemeinde oder einen Freundeskreis, deren Mitglieder sich durch ein starkes Wir-Gefühl auszeichnen – und das oft über Generationen hinweg. Die Gemeinschaft gilt als ursprünglichste Form des Zusammenlebens und als Grundelement einer Gesellschaft. Eine Gemeinschaft kann nur dann auf Dauer Bestand haben, wenn ein jeder, im entsprechenden Alter, ein Stimmrecht hat und somit über alles mitentscheiden kann.

 

Was ist eigentlich der Sinn einer solchen Gemeinschaft?

Mit diesem „Humanitären Dorf“ wird sich erstmalig erweisen, dass ein Zusammenleben und ein Zusammenarbeiten weitaus erträglicher ist, als man es sich im alten System je erträumen konnte. So werden hier bis zu 2.500 Menschen gemeinsam an einem Projekt arbeiten, dass auch die Schwächsten dieser Gemeinde davon profitieren. Es geht hier nicht um Geld oder Macht, vielmehr steht hier der Gedanke von Freiheit, Frieden und Souveränität im Vordergrund. Jeder wird dabei sein Bestes geben, dieser Gemeinschaft Sicherheit und Wohlfahrt zukommen zu lassen.

 

Mit weniger Arbeitszeit ist es Eltern möglich, ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst zu erziehen und diese nicht fremdbestimmt erziehen zu lassen. Kinder werden in dieser Gemeinschaft ein Bildungssystem erfahren, in dem sie sich mit ihren Fähigkeiten frei entfalten können – und das im Einklang der Natur. Niemand in dieser Gemeinschaft wird notleiden, niemand wird vergessen und dafür stehen alle in der Gesamtheit gerade. Wir werden unser Bewusstsein verändern und die echten Werte dieser Welt erkennen. Niemand ist ausgeschlossen, eine Spaltung innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft wird es nicht mehr geben. Es gibt keine Verbote, vielmehr wird an das menschliche Bewusstsein appelliert.

Ein jeder kann seine persönlichen Fähigkeiten, gleich welcher Art, zum Nutzen aller in diese Gemeinschaft einbringen. Wir werden eine Zelle im Staatsgebilde sein, die sich aus sich heraus selbst versorgen kann. Unser Ansinnen ist es, diese Form des Zusammenlebens weltweit anderen Dörfern nahe zu bringen und ihnen zu helfen, diese Gemeinschaft zu kopieren.

 

Nur so können wir gemeinnützig operieren und ein Stück zum Weltfrieden beitragen. Wir schützen und achten die Menschen, die Tiere und die Natur und sind weiter bereit von anderen zu lernen. Wir sind nicht vollkommen – und deshalb können wir nur in Kooperation mit anderen Gemeinschaften besser werden. Lasst uns gemeinsam diese Herausforderung annehmen.

 

Um die Dorfgemeinschaft zu stärken und ihr eine Sicherheit für die Zukunft zu geben, kann die Gründung der Gemeinde unter dem Genossenschaftsgedanken sinnvoll sein. Der Tätigkeitsbereich dieser Genossenschaft (im Folgenden Gemeinschaft genannt) erstreckt sich über das ganze Dorf. So sind alle Betriebe, wie beispielsweise der Bäcker, Fleischer usw., sowie auch die Industrieansiedlungen Bestandteil dieser Gemeinschaft und somit im Eigentum aller Dorfbewohner. Insofern variiert die Mitgliederzahl, da jeder Bewohner der Gemeinde automatisch Mitglied dieser Gemeinschaft wird. Die Vorteile liegen auf der Hand.

 

So soll u.a. jedem Einwohner garantiert werden Wohnraum ohne Mietentgelt zu erhalten, medizinische Einrichtungen ohne Kosten nutzen zu können und vieles mehr, was später in der eigens hierfür erstellten Satzung niedergelegt wird. Erwähnenswert sei hier auch, dass ältere Mitbewohner sich der Altersfürsorge sicher sein können, die von der Gemeinschaft getragen wird.

 

Zum Schutze der Gemeinschaft sind Grundsätze bezüglich des Vermögens klar zu regeln. Die simple Frage, wem gehört das Vermögen und wer kann darüber verfügen, widmet sich zutiefst der Existenzgrundlage der Gemeinschaft.

 

Die Finanzierung der Ansiedlung erfolgt in seiner Gesamtheit aus Historical Assets. Es ist im Grunde genommen eine Überlassung an die Menschheit im Allgemeinen und an die Dorfbewohner im Besonderen. Wir verstehen es nicht als Schenkung, sondern sehen darin eher eine Verpflichtung. Eine Verpflichtung zum sorgsamsten Umgang mit Vermögenswerten, die der gesamten Menschheit gehören.

 

Aufgabe der Gemeinschaft ist es, die Vermögenswerte dauerhaft zu erhalten. Bausubstanz, Anlagen, Maschinen auch Straßen, selbst die gesamte Infrastruktur unterliegen einer Alterung und einem Verschleiß. Durch sinnvolle Reparaturen kann die Gebrauchs- und Funktionsfähigkeit eine gewisse Zeit aufrechterhalten werden. Trotzdem wird alles, Landfläche mal ausgenommen, durch Alterung und Verschleiß seine Gebrauchsfähigkeit verlieren oder irgendwann mal technisch überholt sein. Spätestens dann muss eine Ersatzinvestition her. Damit das aus eigener Kraft der Gemeinschaft möglich ist, sollte laufende Reproduktion von Beginn an erfolgen. Üblich ist es, die Reproduktion an eine normative Nutzungsdauer zu binden, die bei jedem einzelnen Anlagenvermögen verschieden sein kann.

 

Angenommen ein Traktor ist nach 25 Jahren gebrauchsunfähig, dann muss dieser jährlich mit 4 % reproduziert werden, damit nach 25 Jahren die Investitionsmittel für eine Ersatzinvestition verfügbar sind. Somit wird das Anlagevermögen der Gemeinschaft nicht herunter- gewirtschaftet, wie es zuletzt in der DDR der Fall war.

 

Von existentieller Bedeutung ist auch der Schutz der Werte der Gemeinschaft. Deshalb kann die Einwohnerschaft zunächst nur ein Anrecht auf Nutzung des gemeinschaftlichen Eigentums begründen. Zum Beispiel kann das eine Wohnung oder ein Eigenheim sein. Oder der Bäcker gebraucht für seine Tätigkeit eine Bäckerei samt Ausstattung. Da auch Wohnhäuser sich reproduzieren müssen, ist zu klären, wer zum Beispiel bei einer normativen Nutzungsdauer von 50 Jahren die 2 % jährliche Rücklage zur Reproduktion aufbringt. Das kann durch den Bewohner aber auch durch die Gemeinschaft aufgebracht werden. Es besteht nicht die Frage ob, sondern nur die Frage wer.

 

Mit dem Anrecht auf Nutzung ist selbstverständlich auch eine Gewinnbeteiligung verbunden. Wenn auch der Gemeinschaftszweck nicht mit einer Gewinnerzielung begründet ist, so kann ein angemessener Gewinn durchaus im Interesse der Gemeinschaft sein. Der Gewinn muss nicht zwangsläufig ausgezahlt werden. Mit ihm können soziale Leistungen zum Wohle der Menschen finanziert aber auch Rücklagen für Notfälle oder zukünftige Investitionen gebildet werden.

 

Jeder Einwohner hält einen Anteil vom Gesamtvermögen der Gemeinschaft. Bei 2.500 Einwohner würde jeder 1 von 2.500 Anteilen halten. Durch eine Geburt wird sich beispielhaft die Einwohnerzahl auf 2.501 erhöhen. In der Folge wird jeder 1 von 2501 Anteilen halten. Andererseits wird sich im Sterbefall die Einwohnerzahl auf 2.499 reduzieren. Dadurch wird jeder 1 von 2.499 Anteilen (Gesamtvermögen der Gemeinschaft) zukünftig halten. Anteile sind nicht vererbbar und auch nicht übertragbar. Der Anteil je Einwohner hat fiktiven Charakter und berechtigt nicht zum Zugriff auf den Anteilswert. Das Vermögen bleibt immer in der Gemeinschaft. Wird durch gewollten Zuzug jemand Teil der Gemeinschaft, dann steht ihm auch von Beginn an ein Anteil zu. Wenn sich die Einwohnerzahl durch Zuzug auf 2.501 Einwohner erhöht, wird ein Anteil ab diesem Zeitpunkt 1 von 2.501 betragen. Verlässt ein Einwohner die Gemeinschaft, egal aus welchem Grund, geht dessen Anteil an die Gemeinschaft zurück. Ab diesem Zeitpunkt mit 2.500 Einwohner beträgt ein Anteil 1 von 2.500.

 

Bei Erbauung und Gründung einer Ansiedlung wird es immer wieder vorkommen, dass es einen Bestand geben kann, der im Privatvermögen ist. In diesem Fall könnte bei gegenseitigem Einverständnis dessen Anwesen zu einem angemessenen Preis ins Gemeinschaftsvermögen übernommen und als Erweiterungsinvestition ausgezahlt werden. Der Verkäufer kann dann auch Einwohner werden. Er muss es allerdings nicht. Daraus ergeben sich keine besonderen Rechte und Pflichten. Der neue Einwohner unterliegt damit der Satzung der Gemeinschaft.

 

Auf Grund der Zugehörigkeit zur Dorfgemeinschaft hat jeder ein Anrecht auf Arbeit, die mit einem tätigkeitsbezogenen Stundenlohn vergütet wird.

 

Gemeinsam sind Ziele besser zu erreichen als im Alleingang, das ist unser Grundgedanke (Gemeinnutz geht vor Eigennutz). Eine gemeinschaftliche Kooperation bietet sich immer dann an, wenn das Verfolgen eines wirtschaftlichen Ziels die Leistungsfähigkeit des Einzelnen übersteigt, zugleich aber die Eigenverantwortung gewahrt werden soll. Mit Hilfe von gemeinschaftlich betriebenen Gewerbebetrieben wird die wirtschaftliche Tätigkeit der Dorfbewohner ergänzend unterstützt.

 

Die Gemeinschaft steht für Kultur, Sicherheit und Stabilität, weiter bietet sie überzeugende und vielfältige Modelle, die Zukunft in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig und für die Menschen zu gestalten. Durch ihren humanitären Charakter und ihre besonderen Werte sind gemeinschaftliche Unternehmen in Wirtschaft und Gesellschaft bereits heute ein bedeutender Faktor.

 

Gemeinschaften ist zu eigen, dass diese der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder dienen. Im Vordergrund steht somit der gemeinschaftliche Förderzweck und nicht die Zahlung einer Rendite.  Auch eine Gemeinschaft muss sich marktkonform und betriebswirtschaftlich effizient verhalten, um im Wettbewerb bestehen und die Mitglieder langfristig fördern zu können. In einer Gemeinschaft schließen sich die Mitglieder freiwillig zusammen, um gemeinsam zu wirtschaften. Dabei soll die wirtschaftliche Förderung aller Mitglieder aus eigener Kraft und nicht durch Unterstützung Dritter gelingen.

 

Bereits heute ist der Gemeinschaftsgedanke tief verwurzelt, um eine wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs zu sichern. Deshalb gebietet es die Vernunft diesen Gedanken mit in die neue Zeit zu nehmen.

 

Mit unserer Gemeinschaft werden Herausforderungen der neuen Zeit angegangen. Eine dezentrale Versorgung mit erneuerbarer Energie, Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit aller Geschäftsfelder aber auch Aufgaben wie selbst bestimmtes Wohnen im Alter, energetische Sanierung, kommunale Daseinsvorsorge oder ländliche Nahversorgung werden durch unsere Gemeinschaft wahrgenommen.

 

Kurze Erklärung, wie wir die Gemeinschaft definieren:

 

  • Jeder Bewohner dieses Dorfes wird mit Zuzug Mitglied dieser Gemeinschaft und erhält einen Anteil (wie oben beschrieben), der flexibel, je nach Einwohnerzahl des Dorfes, gestaltet ist.

 

  • Jede Betriebsstätte in diesem Dorf, gleich ob Industrie, Handwerk oder anderes Gewerbe, ist lediglich eine Abteilung dieser Gemeinschaft – und nicht im Eigentum Einzelner. Aus der Historie heraus benutzen wir ungern den Begriff „Firma“.

 

  • Unter dem Genossenschaftsgedanken ist hier zu vermerken, dass es nur eine einzige Gemeinschaft gibt, unter der alles geschieht.

 

  • Der gesamte Baubestand, Industrieanlagen, Handwerksbetriebe, Landwirtschaft usw. sind im Eigentum der Gemeinschaft.

 

  • Somit ist gewährleistet, dass jedes Mitglied am gemeinsam erzielten Erfolg partizipiert.

 

  • Durch diese Konstellation hat jedes Mitglied die Möglichkeit, seinen Fähigkeiten entsprechend, in jedem Bereich eingesetzt werden zu können. Es kann auch kurzfristig die Tätigkeit wechseln.

 

  • Weiter hat die Gemeinschaft dann auch die Möglichkeit saisonbedingte Tätigkeiten mit ausreichend Personal zu besetzen, ohne dass es hierfür fremder Firmen bedarf, wie beispielsweise die Tätigkeit als Erntehelfer usw.

 

  • Jedes arbeitsfähige Mitglied ist angehalten, der Gemeinschaft mit einem täglich ca.    4-stündigen Arbeitseinsatz zur Verfügung zur stehen. Hierfür erhält es ein Gehalt, dass nach Stunden abgerechnet wird. Unserer Meinung nach sollten die Stundenlöhne nur einen Spielraum von 15 bis 30 Euro betragen.

 

  • Ältere, kranke und behinderte Menschen werden dadurch von der Gemeinschaft nicht nur durch finanzielle Hilfen, sondern auch durch Pflegepersonal getragen. Sie sind und bleiben vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft.

 

  • Jedes Mitglied erhält eine Wohnung/Haus, je nach Familiengröße, kostenfrei zur Verfügung. Selbst die Energiekosten werden von der Gemeinschaft getragen. Es würde keinen Sinn ergeben, wenn der sogenannte Arbeitgeber, nämlich die Gemeinschaft den Mitgliedern für deren Arbeitsleistung ein Gehalt zahlt und dann im Umkehrschluss von diesen Mitgliedern Miete und Nebenkosten abverlangen würde.

 

  • In dieser Gemeinschaft wird ein „Dorfältester“ von den Mitgliedern gewählt, der wenn er nicht im Sinne der Gemeinschaft handelt, jederzeit und kurzfristig ebenfalls von der Gemeinschaft abgewählt werden kann. Zu diesem Dorfältesten werden noch weitere Mitglieder für die Administration gewählt, die den gleichen Bedingungen unterliegen.

 

  • Dieser Dorfälteste ist gleichzeitig das führende Organ dieser Gemeinschaft und somit aller der Gemeinschaft zugehörenden Betriebe.

 

  • In dieser Gemeinschaft spielen erlernte Berufe nur eine untergeordnete Rolle, denn diese sind oft nicht mit den wahren Fähigkeiten der erwerbstätigen Mitglieder identisch. Vielmehr werden den Fähigkeiten entsprechend die Tätigkeiten angeboten. Jedes Mitglied entscheidet hierüber selbst.

 

  • Es werden keine Hierarchien aufgebaut, d. h. jedes Mitglied dieser Gemeinschaft hat den gleichen Stellenwert, unabhängig von seiner Tätigkeit.

 

  • Alle großen Entscheidungen werden innerhalb der Gemeinschaft besprochen und entschieden, wobei die Stimmrechte erst ab einem gewissen Alter gegeben sind. Diese Altersgrenze wird bei der Gründung der Gemeinschaft in der Gesamtheit festgelegt.

 

Durch all diese Vorteile wird mit Sicherheit eine große Motivation der Mitglieder ausgelöst. Diese Gemeinschaft ist somit eine kleine Zelle in der Gesamtheit eines Staatswesens und wird sich auf andere Gemeinden übertragen lassen. Viele dieser Zellen werden untereinander Handel betreiben und dies geschieht dann in der Mehrheit in regionaler Verbundenheit. Globaler Handel wir nicht zu umgehen sein, wird sich aber extrem verringern, was wir als weiteren Umweltschutz betrachten.

 

Die Satzung ist wie eine Art Verfassung für eine Gemeinschaft. Sie regelt die wichtigsten Aspekte des gemeinschaftlichen Miteinanders. Im Anhang dieses Exposés geben wir einen Entwurf einer Satzung preis, die auf alle Fälle später von den Mitgliedern besprochen, evtl. geändert und verabschiedet werden muss.

 

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