Die Buchhaltung

 

 

Buchhaltung ist zum Zwecke der Erhaltung einer nachhaltigen Finanzkraft der Gemeinschaft dringendstes Gebot. Zur Aufrechterhaltung einer nachhaltigen, existentiell erforderlichen Finanzkraft der Gemeinschaft erfolgt eine transparente Erfassung der Einnahmen und Ausgaben.

 

Grund und Boden im Gebiet der Gemeinschaft stehen im Eigentum der Gemeinschaft, sofern nicht Gesetze dem entgegenstehen. In einer zukünftigen Rechtsform kann es auch sein, dass Grund und Boden Eigentum des Staates sind und für die Gemeinschaft ein unbeschränktes Nutzungsrecht besteht. Aus gegenwärtiger Sicht können Kosten nur für den Landerwerb entstehen, die in den Gesamtkosten für die Entstehung der Dorfgemeinschaft enthalten sind.

 

Wir gehen auch davon aus, dass aus den Nutzungsrechten heraus keine laufenden Kosten für Grund und Boden entstehen werden. Kosten (auch Umlagekosten) sind, sofern diese einem Verkaufsprodukt direkt zuordenbar sind (z.B. Material, Lohn, Abschreibung und Reparatur), einzukalkulieren. Alle anderen nicht zuordenbaren Kosten sind hinsichtlich ihrer Kategorie nachvollziehbar für wirtschaftliche Erkenntnisse zu erfassen und werden als Umlagen Bestandteil der Produktkalkulation.

 

Grundsätzlich müssen alle Kosten (direkt und indirekt) der Gemeinschaft erfasst und durch Verkaufsprodukte (intern und extern) wieder erwirtschaftet werden. Davon ausgenommen sind Lebensmittel, die nur mit direkt zuordenbaren Umlagen beaufschlagt werden dürfen. Umlagen aus sozialen Kategorien wie Gesundheit, Wohnraum, kostenlose Medien für die Dorfbewohner, Fuhrpark, Kultur u.ä. werden nicht auf Lebensmittel umgelegt. Preisdifferenzen bei Lebensmittel zur Außenwelt zum Schaden der Gemeinschaft dürfen angemessen mit Zu- und Abschlägen ausgeglichen werden, wenn das durch die Produktkalkulation nicht möglich ist. Es gilt der Grundsatz, der Verkauf von Lebensmittel im Dorf an Nichtmitglieder darf nicht zum Schaden der Gemeinschaft erfolgen.

 

Im Innenverhältnis der Gemeinschaft wird es keine Rechnungslegung geben. Nur eine Kostenzuordnung mit anschließender Umlage. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Umlage aus Wohnhäusern genannt. Da es keine Mietkosten geben wird, erfolgt die Reproduktion durch Umlage auf die Produkte der Gemeinschaft. Die Kosten für Abschreibung und Reparatur werden je Wohnhaus erfasst. Damit gibt es eine Auswertung je Haus als Kennziffer (€ pro m2) und es ist damit die Umlage aus den Gesamtkosten für Wohnhäuser möglich. Aus der Summe der gesamten nicht direkt zuordenbaren Kosten der Gemeinschaft erfolgt dann die Umlage auf die Produkte.

 

Kosten der Industrie, Handwerk und Gewerbe für Infrastruktur, Medien, eigene Bausubstanz, Maschinen usw. werden direkt den Produkten zugeordnet. Abschreibungspflichtig sind alle Grundmittel über eine je Kategorie festgelegte normative Nutzungsdauer und einen Anschaffungswert ab 1.200 €. Die normative Nutzungsdauer für Grundmittel ist durch die zuständige Fachabteilung und der Buchhaltung bereits bei der Investitionsentscheidung (Anschaffung) fest zu legen. Anschaffungen bis 1.199,99 € sind soweit möglich direkte Kosten im Anschaffungsjahr. Kosten, Abschreibungen, Reparaturen und Umlagen sind bezogen auf den prognostizierten Umsatz in die Preise einzukalkulieren. Zum Jahresende sind umsatzbezogene Kostensätze auf der Basis des Ist-Umsatzes zu aktualisieren.

 

Dadurch bleibt das Vermögen der Gemeinschaft dauerhaft erhalten,

 

denn Abschreibungen stehen als Rücklagen für Ersatzinvestitionen jederzeit zur Verfügung. Zuwachs ist durch eigene Erwirtschaftung von Rücklagen und Neuinvestitionen möglich.

 

Für die Dorfbewohner selbst ist im Dorf kein Bargeld erforderlich. Jedem Mitglied der Gemeinschaft wird eine personifizierte Mitgliederkarte übergeben. Bei Minderjährigen kann diese Karte individuelle Einschränkungen auf Veranlassung der Eltern haben. Diese Karte kann mit dem Bild des Inhabers und noch zu definierender persönlicher Angaben äußerlich gestaltet sein. Die gespeicherten Personendaten sind unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte auf das erforderliche Maß zu begrenzen und vor möglichem Missbrauch zu schützen.

 

Über die Mitgliedskarte werden die Arbeitszeit und die jeweilige Kategorie der Tätigkeit als Stundenlohn erfasst und im Zentralrechner der Gemeinschaft verwaltet. Die Erfassung erfolgt durch Anmeldung bei Arbeitsbeginn und Abmeldung bei Arbeitsende. Der Lohn ist sofort nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit durch Abmelden verfügbar. Der Arbeitslohn wird dem persönlichen Konto sofort gutgeschrieben. Alle Bezahlvorgänge im Dorf sind mittels dieser Mitgliedskarte möglich. Zum Monatsende erfolgt die Überweisung des Guthabens auf das persönliche Konto des Mitgliedes bei einer Geschäftsbank seiner Wahl. Zwecks Flexibilität ist zukünftig noch darüber zu entscheiden, ob ein Restbetrag nach Wunsch des Mitgliedes auf dem Mitgliedskonto verbleibt. Auch hinsichtlich einer eventuellen begrenzten Überziehung ist ggf. noch über die Überziehungshöhe zu entscheiden.

 

Im Dorf kann selbstverständlich mit Bargeld bezahlt werden, weil auch Nichtmitglieder im Dorf einkaufen können. Sämtliche bezahlten Tätigkeiten sind nur auf Veranlassung der Gemeinschaft durch den Dispatcher möglich. Die Koordinierung erfolgt ebenfalls durch den Dispatcher, der auf Grund des Bedarfes der Arbeitsstätten die Mitglieder je nach Eignung den Arbeitsstätten zuordnet.

 

Selbstverständlich wird es mehrheitlich fest vereinbarte Tätigkeiten mit festen Arbeitszeiten geben. Das kann auch gar nicht anders sein. Die Aufgabe des Dispatchers wird sich hauptsächlich der Störungen und Änderungen des Bedarfes und Angebotes widmen. Einzelheiten der Tätigkeitszuordnung werden erst später durch die Gemeinschaft einvernehmlich geregelt.

 

Aus derzeitiger Sicht wäre hierzu ein dorfinternes Informationssystem zweckmäßig, über welches jedes Mitglied und alle Arbeitsstätten erreichbar sind und sich auch austauschen können. Zum Beispiel gibt der Dispatcher die Tätigkeit nach Art, Ort, Beginn und Dauer ein. Der Bedarf ist für alle gegenwärtig Nichttätigen erkennbar und man kann sich melden. Es kann aber auch sein, dass sich der Dispatcher direkt an jemanden wendet.