Die Bebauung und der Baustil

 

 

Im Baustil offenbart sich die Seele eines Dorfes. Gliederung, Größe, Bauart und Farbe der Häuser sind die Visitenkarte einer Ansiedlung, die vorausgesetzt in Harmonie mit der Landschaft den ersten Eindruck prägen. Nicht nur für den Besucher wird das Dorf seine Lebensfreude offenbaren. Die Bewohner selbst werden diese ausstrahlen. Die Bedingungen der Gemeinde werden dafür die besten Voraussetzungen schaffen.

Lebensart, Lebensfreude, Landschaft, Kultur, Tradition, Handwerk, und der Haupterwerb des Dorfes werden im Baustil ihren Ausdruck finden. Auf dieser Grundlage werden sich die Dörfer der Zukunft schon deshalb jedes in seiner eigenen Art in Vielfalt präsentieren. Das ist gewollt.

Deshalb werden wir dem Baustil und der Architektur eine große Aufmerksamkeit widmen. Jedes Dorf wird einzigartig sein. Geeignete Architekten werden ihr Bestes geben. Regional verfügbare Baustoffe können für die Architektur richtungsweisend sein. Beispielhaft genannt sei der Naturstein. So sind in Unterfranken viele Außenwände der Häuser in Muschelkalk ausgeführt. Das kann auch der traditionelle Ziegel sein.

 

Besonderen Charme verbreiten Holzblockhäuser in Holzwirtschaft geprägten Regionen. Ein Backsteinhaus nach norddeutschem Vorbild ist immer ein Augenschmaus und bietet auf Grund des mehrschichtigen Wandaufbaues hervorragende bauphysikalische Eigenschaften.

 

Indem wir zukünftige Entwicklungen in unsere Ideen gerne einfließen lassen, sind wir beispielhaft darauf gekommen, dass es zukünftig nicht mehr der Fülle von Stahlcontainern bedarf. Deren Entsorgung erfordert einen hohen Aufwand. Kluge Leute haben auch dafür eine Lösung gefunden, indem diese Container in den Hausbau nicht nur integriert werden, sondern die Hauptkonstruktion sind. Man kann es fast nicht glauben, wie vielfältig die Gestaltungsmöglichkeiten sind. Die Fassaden können schlicht oder dominierend sein.

 

In der Art, Form, Höhe und Farbe der Dächer identifizieren sich Regionen. Hinsichtlich der Form sind es das Flach-, Pult-, Tonnen- und Satteldach in verschiedenen Neigungen. Das Krüppelwalm darf nicht fehlen.

 

Die Höhe der Gebäude ist in den Dörfern traditionell gering. So wirkt es auch gemütlicher. Auch die Farbe ist regional geprägt und sollte kein Dogma sein, sofern schreiende Farbtöne vermieden werden. Die Art des Daches hinsichtlich Materials bestimmt maßgeblich den Charakter eines Hauses. 

Genannt sei das Schieferdach, welches vor allem in Gegenden mit natürlichen Schiefer-vorkommen Tradition hat. Biberschwanz in vielfältigen Farben war von jeher Ausdruck gepflegter Ästhetik. Nicht vergessen werden darf die Dachpfanne in ihrer Verschiedenartigkeit hinsichtlich Farbe und Form. Das reetgedeckte Dach steht besonders im Norden Deutschland an der Spitze der Begehrlichkeit.

 

Die Gliederung eines Dorfes wird zunächst funktional bestimmt, indem die Einkaufsmöglichkeiten in der Dorfmitte angesiedelt werden. Die Dorfmitte sollte auch der kulturelle Mittelpunkt sein. Dadurch entsteht automatisch das Kommunikationszentrum in der Dorfmitte. In Dorfmitte werden selbstverständlich auch die Gästezimmer in Verbindung einer Gastronomie sein. Dadurch entfällt die Vorhaltung von Gästezimmern in Privathaushalten.

 

Viel Grün und wenn möglich Gewässer lockern die ländliche Bebauung auf und machen das Dorf lebenswert.

 

Die Gliederung zur Peripherie wird eher landschaftlich geprägt sein, da örtliche Bedingungen wie Berge, Täler und Gewässer von vornherein der räumlichen Ausbreitung Grenzen setzen. So kann das Dorf ein Flecken sein und sich idealer Weise in Kreisform entwickeln. Es wird geographisch bedingt auch die Linienform geben. Das lange schmale Dorf.

 

Produktion und Gewerbe mit Lärm-, Geruchs- und Staubemissionen liegen am Rande und besser noch etwas abseits. Landwirtschaftliche Anwesen sehen wir eher im Zentrum deren landwirtschaftlichen Produktionsflächen, die außerhalb des Dorfes selbst liegen werden.