Die autarke Versorgung

 

 

Autarkie ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit eines Privathaushalts, einer Region oder eines Staates durch die vollständige oder teilweise Selbstversorgung mit Gütern und Dienstleistungen. Die autarke Versorgung unseres Dorfes ist der zentrale Punkt unseres Projektes. Was darunter zu verstehen ist, sagt uns Wikipedia. Soweit scheint es geklärt. Die Bewertung erfolgt für diese Auswahl von Kriterien, die aus unserer Sicht eine autarke Ansiedlung hinsichtlich der Grundbedürfnisse ausmachen.

 

Erst danach stellt sich uns die Frage der Sinnhaftigkeit, ob Einschränkungen gerechtfertigt sind. Objektiv wird es so sein, dass die eine oder andere Versorgung aus der Gemeinschaft heraus keinen Sinn macht, weil der Aufwand zu hoch ist, die mögliche Qualität nicht erreicht werden kann, oder der Zukauf ein Gebot der Vernunft ist. Autark im Sinne Wikipedia um jeden Preis, kann nicht die Maxime sein.

 

Im Folgenden sind einige uns wichtige Kriterien genannt.

 

  • Die materielle Sicherstellung

 

Die materielle Sicherung hat ihre Quelle im produzierenden Gewerbe. Nur die Gesamtheit der Wertschöpfung schafft Wohlstand in der Ansiedlung und steht dieser auch zum Konsum gleich welcher Art zur Verfügung. So muss der materielle Wert aller Bedürfnisse die zu sichern sind, im Dorf auch erwirtschaftet werden. Autark ist ein Dorf nach unserer Auffassung, wenn es sich völlig unabhängig und gut selbst versorgen kann. Gut definieren wir an dieser Stelle mit menschenwürdig und angemessenem Wohlstand. Keiner durstet, hungert oder friert. Jeder hat ausreichend und guten Wohnraum. Jeder ist gesund, kann gesund leben und ihm werden alle Heilmethoden zu teil. Jeder genießt Bildung und kann sich frei und selbst bestimmt entfalten.

 

Ein Zukauf von Produkten und Dienstleistungen aus eigener Kraft ist möglich und auch sofern sinnvoll gewollt und stellt das autarke Dorf nicht in Frage, sofern Grundbedürfnisse aus eigener Kraft befriedigt werden können. Deshalb sind in der materiellen Produktion die Werte für das Dorf zu schaffen. Abgesehen von der Eigenversorgung mit Energie kann auch regional und überregional Strom geliefert werden, woraus Einkünfte generiert werden. Die größte Wertschöpfung wird sicherlich durch die Lieferung unserer innovativen Energieanlagen außerhalb des Dorfes entstehen. Die Begehrlichkeit wird groß sein und dem Dorf ausreichend Einnahmen bringen. Die Länge der Arbeitszeit wird den Wohlstand der Ansiedlung bestimmen. Die Gemeinschaft ist damit in die Lage versetzt, mit ihrer selbst bestimmten Arbeitszeit den Wohlstand zu steuern.

 

  • Grundnahrungsmittel

 

Grundnahrungsmittel werden in dem von uns konzipierten Dorf selbst produziert. Dafür stehen ausreichend landwirtschaftliche Flächen und Arbeitskräfte zur Verfügung. Damit sind die Grundnahrungsmittel gesichert. Die Bedeutsamkeit dessen wird erst bei Not, die es immer wieder gegeben hat, ausreichend wertgeschätzt. Die Gemeinschaft hat es selbst in der Hand, dem angemessen Bedeutung beizumessen und die dafür erforderlichen Arbeitskräfte bereitzustellen.

 

Ein erklärtes Ziel der Ideengeber ist die Senkung des Fleischverbrauches, durch Aufklärung und Bereitstellung geeigneter Alternativen. Niemand wird den Fleischkonsum reglementieren wollen. Es geht ausschließlich um eine ausgewogene gesunde Ernährung im Einklang mit der Natur und einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Tieren.

 

  • Wohnraum

 

Unser Projekt sieht ausreichend und vor allem ökologisch wertvollen Wohnraum vor. Unser Ziel ist es, durch ausgewogene, ansprechende und zweckmäßige Architektur ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Ausgewogene bauphysikalische Konstruktionslösungen und ökologische Gesichtspunkte werden Bestandteil der Bauplanung und Ausführung sein. Mensch und Natur im Einklang, das ist unsere Maxime.

 

  • Innere Erschließung

 

Mit der inneren Erschließung einer Ansiedlung werden die Voraussetzungen für die Versorgung mit den einzelnen Medien geschaffen. Deshalb bestimmt deren Umfang und Qualität maßgeblich die Wohnqualität und damit Zufriedenheit der Einwohner. Bereitzustellen sind …

 

… Wasser

Im Dorf sind durch stabile Leitungstrassen alle Bedarfsstellen mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen. Ringleitungen gewährleisten auch bei Störungen die Versorgung.

 

… Strom

Der Strom wird kostengünstig und umweltfreundlich ohne schädliche Emissionen von dorfeigenen Anlagen geliefert. Alle Bedarfsstellen werden mit Strom von Photovoltaik und eigenen BHKW autark versorgt. Nach bisherigem Verständnis erfolgt dies mittels Kabeltrassen. Ob in Zukunft bessere Technologien zur Verfügung stehen, kann nicht mit Bestimmtheit vorausgesehen werden. Wir werden zum Ausführungszeitpunkt die aktuellsten wirtschaftlichen Lösungen realisieren. Das Kabelnetz mittels Ringschluß gewährleistet eine stabile Belieferung im Störungsfall.

 

… Wärme

Wärme wird durch die Stromerzeugung mittels BHKW in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Ob sich eine Wärmeverteilung zu Verbrauchsstellen mittels Wärmetrassen anbietet kann erst in der Phase des Bebauungsplanes festgestellt werden. Auf Grund des zu erwartenden Standortes der BHKW außerhalb des Dorfes kann man allerdings davon ausgehen, dass eine akzeptable Nähe zum Industriegebiet und dessen Baukörper, zu den Gewächshäusern, Sportstätten, Hallenbad, Schule, Holz- und Heutrocknung uvm. besteht, die eine direkte Wärmeversorgung möglich und sinnvoll macht.

Dazu sind ausreichend Warmwassertanks vorzuhalten. Für Wohnungen, Handwerk und Gewerbe sollte die erforderliche Wärmeversorgung in den Gebäuden mittels Durchlauferhitzer erfolgen.

 

… Abwasser

Die Abwasserleitungen sind als Trennsystem vorgesehen. Es macht wenig Sinn Regenwasser und Oberflächenwasser mit Schmutzwasser zu mischen, um es anschließend in einer Kläranlage zu reinigen. Das Tagewasser ist in einem Dorfbach einzuleiten, sofern er vorhanden sein wird. 

 

  •  Äußere Erschließung

 

Der äußeren Erschließung ist Bestandteil einer autarken Ver- und Entsorgung. Die einzelnen Medien müssen, sofern diese nicht innerhalb der Ansiedlung anstehen herangeführt werden. Bei einem Störfall erhöht eine überregionale Anbindung die Versorgungssicherheit.

 

Wasser

Für die Wasserversorgung gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein endgültiges Konzept kann erst im Zuge der Bebauungsplanung und deren örtlichen Anpassung auf Grund konkreter Gegebenheiten erarbeitet werden. Zunächst kann eine Anbindung an eine überregionale Fernwasserleitung erfolgen. Die gewünschte Qualität vorausgesetzt, wird in Ergänzung mit einer eigenen Trinkwasseraufbereitung Wasser aus Brunnen oder Binnengewässer den Störfall absichern und so eine autarke Versorgung gewährleisten. Der Anschluss an eine überregionale Trinkwasserversorgung ist wünschenswert, da bei ausschließlich eigener Versorgung Störungen nur mit einer zusätzlichen Versorgungsvariante ausgleichbar sind.

 

Strom

Strom kann in der Ansiedlung mittels eigener Solar-Anlagen und BHKW in ausreichender Menge erzeugt werden. Eine Anbindung an überregionale Stromversorgungstrassen muss trotzdem erfolgen. Einerseits sind Störungen (Brand) möglich, die einen gesamten Stromausfall zur Folge haben können. Andererseits ist eine überregionale Strombelieferung aus der Ansiedlung heraus vorgesehen, die ebenfalls eine Anbindung erfordert. Durch die Einbindung in eine Überlandversorgung im Verbundnetz wird die Stromversorgung insgesamt stabiler.

 

Abwasser

Ein äußerer Anschluss der Abwasserleitung ist auf die Zuleitung zur Kläranlage begrenzt. Ausschließlich dafür wird es außerhalb der Siedlung eine Abwasserleitung geben. Die Kläranlage ist im Zuge des Bebauungsplanes so einzuordnen, dass eine fachgerechte Ableitung des gereinigten Wassers erfolgen kann. Die Entsorgung des Klärschlammes wird Bestandteil der Planung sein. Auch dafür gibt es bereits heute ökologische Konzepte.

Die Lage der Kläranlage ist auch so zu wählen, dass Geruchsbelästigung ausgeschlossen werden kann.

 

  • Gesundheit

 

Ein optimaler Lebensraum, gesunde Ernährung, gesunde Lebensführung, ausgewogene Arbeitszeit, mehr Freizeit, kein Stress, mehr Familienleben und das alles in der Natur bietet beste Voraussetzung gesund zu bleiben. Wir bieten im Dorf eine naturbasierte Betreuung an, durch Ärzte und Heilpraktiker, die sich ausschließlich der Gesunderhaltung der Menschen verpflichtet fühlen.

Ein Med-Bett soll den Einwohnern Hilfe in selbst aussichtslosen Situationen bieten. Wenn uns das gelingen sollte, was wollen wir dann noch mehr.

 

  • Bildung

 

Vorgesehen ist eine eigene gemeinschaftliche Schule. Mit einer Dorfgröße von 2.500 Einwohnern ist diese bei einer möglichen durchschnittlichen Klassenstärke von 25 Schülern gerechtfertigt. Dadurch kann die Bildung bis zur Hochschulreife autark im Dorf gesichert werden. Abiturienten werden in der Region ein Gymnasium finden und Studenten waren von jeher an Universitätsstandorte gebunden. Weiteres siehe unter „Das Bildungssystem“.

 

  • Medienangebote

 

Hierzu zählen Internet, WLAN, Telefon sowie Funk und Fernsehen. Wir wissen heute noch nicht, wie weit sich die Sendetechniken in nächster Zeit entwickeln werden. Wir wollen und werden die Belastungen auf ein gesundheitsverträgliches Maß reduzieren. Auch wenn wir heute noch nicht die technische Lösung benennen können wird es ein Angebot für Internet, Telefon sowie Funk und Fernsehen geben.

 

Einen eigenen Sender für Rundfunk und Fernsehen sollte es geben. In kurzen ausgewählten Sendezeiten besteht die Möglichkeit, die Einwohner schnell über das aktuelle Dorfgeschehen und Weiteres zu informieren.