Das Bildungssystem

 

 

Das Schulwesen wird im Dorf neu organisiert. Es wird begabtengerecht gestaltet. So gibt es zum Beispiel Kinder, die eine hohe Auffassungsgabe haben und die sehr schnell lernen können. Andere Kinder brauchen für die gleiche Aufgabe längere Zeit. Die künftige Schule sollten dieser unterschiedlich starken Auffassungsfähigkeit gerecht werden. So gibt es ein von einem Russen entwickeltes Lernsystem, indem die Kinder sehr schnell lernen können, wozu im derzeitig etablierten Schulsystem Jahre benötigt werden. Diese Kinder schließen ihr Abitur in der Regel mit 12 Jahren ab und schaffen ohne Probleme noch vor dem Erreichen ihres 20. Lebensjahres einen Universitätsabschluss.

 

Jeder Mensch sollte lesen, schreiben und rechnen können. Das müsste gewährleistet werden. Solange die Kinder ausgebildet werden, könnte dieses sowohl privat als auch aus der Gemeinschaft heraus organisiert sein. Die Schule darf die Kinder auch nicht mehr zu politischen oder religiösen Veranstaltungen zwingen. Auch die Bildungsrichtlinien wären von der Bevölkerung zu genehmigen. Darüber hinaus wäre es wichtig, dass in der Schule die Dinge gelehrt werden, die das Allgemeinwissen betreffen, wie zum Beispiel Erste Hilfe oder eine gesunde Ernährung. Auch gilt es die Kinder in ethischer Hinsicht zu bilden. Das wären vor allem wohlwollende soziale Umgangsformen. Es gibt viele Dinge, die in die Bildung hineingehören, damit jeder eine gute Chance hat, ein schönes, erfülltes Leben zu führen.

 

Der russische Musikprofessor Mikail Schetinin hat in einem abgelegenen Dorf im Kaukasus mit vielen Schülergenerationen völlig neue holistische Lernmethoden entwickelt. Sie beruhen auf einer Haltung bedingungsloser Achtung vor jedem Einzelnen und dem Wert der Gemeinschaft. In einem freien Miteinander entfalten die Kinder in kleinen, altersgemischten Gruppen alle ihre Fähigkeiten und Talente und entwickeln eben dadurch ein Bewusstsein der Verantwortung für die gesamte Schöpfung.

Quelle: Gemeinde Neuhaus

 

Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt einer selbst bestimmten Entfaltung unserer Kinder. Soweit wie möglich ist unser Gedanke von einem neuen Bildungssystem geprägt, welches u.a. in Russland schon praktiziert wird. Kinder sind Genies. Die Stadt Gelendzhik in der Krasnodar-Region am Schwarzen Meer ist nicht gerade eine Metropole, von der man Revolutionen erwartet. Doch in den Wäldern verbirgt sich eine Schule, welche vieles in Frage stellt, was wir über das Lernen und Schule zu wissen glauben.

Quelle: https://www.basel-express.ch

 

Was über die Schule berichtet wird, klingt unglaublich: Einige der Kinder lernen nach Aussage der Schule und zahlreicher Besucher aus aller Welt in einer Geschwindigkeit, die aus traditioneller Sicht unerklärlich scheint. Alle Kinder sind sowohl Lehrer als auch Schüler. Die Schüler finden in Lerngruppen mit allen Altersstufen zusammen und erarbeiten selbständig gemeinsam Lösungen zu konkreten Fragestellungen. Es wird immer nur an einem Thema gearbeitet, bis es gelöst ist oder vollständig verstanden ist. Es gibt keine verschiedenen Fächer, sondern nur Wissen, dass zur Lösung einer Frage benötigt wird.

 

Soweit klingt alles noch nach freier Schule.  An der Schule findet kein Lernen statt, sondern eher so etwas wie Wissens-Osmose. Die Übertragung von Wissen von einem Menschen auf einen anderen. Ein Teil davon sind Worte und Erklärungen, aber es geht um mehr. Die Kinder treffen sich eigenständig, um zu besprechen, wie bestimmte Themen besser vermittelt und verstanden werden können. Und einen neuen Plan für zukünftige Schüler zu entwickeln, wie diese den Stoff leichter und schneller verinnerlichen können. Wir machen keine Trennung nach dem Alter. Für uns ist es sehr wichtig. Lehrer sind auf gleicher Ebene mit den Schülern. Oft sind es sogar gerade jüngere Schüler, die einen völlig neuen, kürzeren Weg finden, Dinge zu erklären oder zu lösen.

 

Aber auch wenn viele der Berichte über die russische Schule, vor allem das Lerntempo hervorheben – den Kindern selbst ist die Geschwindigkeit gar nicht wichtig: Jeder hat sein Tempo. Es ist egal, ob jemand in ein oder in vier Jahren fertig ist. Das innere Wachstum ist das, was zählt. Doch das (nicht)-Lernen ist nur ein Teil der Schule. Die Betriebe unserer Dorfgemeinschaft sind Bestandteil des Schulsystems. Während der gesamten Schulzeit haben die Kinder die Möglichkeit, sich praktisches Wissen und Erfahrungen anzueignen.

 

Die Schule legt großen Wert auf das Lernen von kulturellen Werten, Bewahrung der Schöpfung und der Liebe zur Heimat. Die Kinder sollten an die kollektive Volksseele, ihre Ahnen angebunden sein, verwurzelt in der Natur ihres Heimatlandes. Und nur wenn Körper und Geist, konkretes und abstraktes Wissen, Wurzeln und Zweige sich gleichzeitig entwickeln, erblüht ein Mensch. Es hat sich herausgestellt, dass sich Fähigkeiten in einem Bereich erst vollständig manifestieren, wenn auch Fähigkeiten in vielen anderen Bereichen des Lebens entwickelt werden. Junge Menschen erobern Gipfel, wenn ihnen noch nicht eingeredet wurde, dass diese Gipfel unerreichbar sind.

 

Unser Ziel ist nicht Wissen, Know-how, Gewohnheiten zu vermitteln. Es ist nicht endloses Einstudieren und Auswendiglernen, oder das Eintrichtern von Informationen. Vielmehr ist es die Erhöhung des Menschen dahin, harmonisch zu leben, in Harmonie mit der Gesellschaft zu handeln – ein Mensch, der, wenn er die Erscheinungen des Lebens, die ihn umgeben sieht und analysiert, stets ihre Verbindung fühlen und die Welt als ein Ganzes wahrnehmen kann. Und egal, was er ist – ein Ingenieur, Physiker, Chemiker, Baumeister, Lehrer usw. – wird er verstehen, dass er in einer ganzen, vollständigen, einheitlichen Welt lebt.

 

Besonderer Wert wird auch auf die Entwicklung von Spiritualität und Naturverbundenheit gerichtet. Alle Kinder haben ein verblüffendes spirituelles Wissen und eine tiefe Beziehung mit der Natur. Dennoch: Die Kinder sprechen für sich. Die Wachheit, Intelligenz, das Verantwortungsgefühl und die Würde, die sie ausstrahlen, sind etwas Besonderes.

 

Inwieweit wir auf dieses Vorbild zurückgreifen können, wird sich herausstellen, nachdem sich Verantwortliche ggf. vor Ort umfassend informiert haben.