Gabriele Römer

 

 

 

 

Geboren wurde ich in Bamberg am 18. August 1954 als einzige Tochter in eine gutbürgerliche ethisch-werteorientierte Familie. Meine Erziehung war geprägt von Liebe, gegenseitigem Respekt, Ordnung und klaren Regeln.

 

Bedingt durch die Erfahrungen aus 6 Jahren Krieg hatte mein Vater (Jahrgang 1920) den beruflichen Ehrgeiz, seiner Frau und Tochter ein gutes Leben zu erschaffen. Auch deshalb kann ich auf eine schöne Kindheit und Jugendzeit zurückblicken. Es war ein Leben in Harmonie.

 

Mein Vater, im Öffentlichen Dienst tätig und mit dem Anliegen seine Familie in materieller Sicherheit zu wissen, war aus eigenem Antrieb an verschiedenen Orten tätig. Zuletzt in Memmingen, wo ich dann auch bis 2000 lebte.

 

Schließlich hatten es meine Eltern zu einem eigenen Haus gebracht. Die Ferien erlebte ich mit meinen Eltern auf dem Lande bei Verwandten in Franken. Eben diese Gemeinsamkeiten lassen mich gerne an meine Kindheit zurückdenken. Die Ferien auf dem Lande waren für mich immer schöne Erlebnisse.

 

Mit dem Abschluss der Mittleren Reife in der Realschule Memmingen endete meine Schulzeit.

 

Meine Vorliebe für hauswirtschaftliche Tätigkeiten (Kochen, Backen, Nähen, Handarbeiten usw.), was ich auch heute noch gerne mache, ließ mich 1972 die Ausbildung zur Direktrice an der Deutschen Meisterschule für Mode München beginnen.

 

Der plötzliche Tod meines geliebten Vaters am 1. Februar 1973 war der Anlass zur vorzeitigen Rückkehr nach Memmingen. Ich hatte das Bedürfnis, in der Nähe meiner Mutter zu sein und begann stattdessen eine Lehre in der Verwaltung der Stadt Memmingen, die ich 2 Jahre später als Bürokauffrau beendete.

 

Danach war ich in verschieden Institutionen der Stadtverwaltung tätig. Auch an diese Zeit habe ich schöne Erinnerungen.

 

Nach ca. 2 Jahren hatte ich ein Angebot in einem gut geführten weltweit arbeitenden Vermessungsbüro zu arbeiten, was ich auch angenommen habe. Teils vollkommen neue Aufgaben ermöglichten mir eigenständiges und vor allem vielseitiges Arbeiten. Besonders an einen Großauftrag erinnere ich mich gerne, den ich vor Ort in Jordanien über mehrere Monate begleiten durfte. Während dieser Zeit lernte ich richtig selbständiges Handeln. Eine für mich interessante und vor allem lehrreiche Zeit.

 

Damals lernte ich auch meinen späteren Ehemann, einen Haustechnik-Ingenieur kennen. So kam ich zur Haustechnik, die mich dann auch mein ganzes Leben lang weiter begleiten sollte. Wir sind 1979 in die Selbstständigkeit gegangen, indem wir ein Ingenieurbüro für Haustechnik gegründet haben. Ich war als Geschäftsführerin darin tätig. Im April 1980 folgte die Eheschließung. In den Folgejahren entwickelte sich das Geschäft stetig und erfolgreich weiter. Zuletzt waren wir insgesamt 8 Fachkräfte in drei verschiedenen Standorten.

 

Zu dieser Zeit errichteten wir unser Eigenheim. Eigene Kinder blieben uns versagt. So hatte ich viel Zeit für meine Tätigkeit, die ich dadurch auch voll ausfüllen und mir umfangreiches Wissen in der Haustechnik aneignen konnte. Mein Mann und ich waren ein gutes Team. Es waren gute und schöne Jahre. Es sollte nicht so bleiben. Mein Mann erkrankte schwer und verstarb 1998.

 

Die fachliche Führung der Mitarbeiter des Ingenieurbüros war ohne meinen Mann nicht mehr in der erforderlichen Qualität gewährleistet. Folgerichtig musste ich in den Folgejahren das Büro schließen. Auf mich allein gestellt, war das eine nahezu unlösbare Aufgabe. In der Not lernt man wahre Freunde kennen. Ein wertvoller Ratgeber war mir ein gut bekannter Geschäftsfreund in dieser schweren Zeit. Daraus entwickelte sich eine echte Freundschaft, und daraus eine Beziehung und schließlich haben wir geheiratet.

 

Die Heirat führte mich nach Franken, wo wir unser Haus gebaut haben und zu meiner Anstellung als Assistentin der Geschäftsleitung in einem Sanitär-Großhandel. Somit war ich wieder in meinem mir bekannten Fachgebiet tätig.

 

Mein Mann und ich sind im Jahr 2010 Opfer der Staatswillkür geworden. Das und die Folgen haben bei uns einen Bewusstseinswandel bewirkt. Heute sagen wir eine glückliche Fügung. Wir leben, wenn auch nicht im Überfluss glücklich und zufrieden in unserer Mietwohnung. Wir haben viel Zeit für uns und die wirklichen wichtigen Dinge im Leben. Ich bin seit Mai 2020 in Rente.

 

So habe ich viel Zeit. Und auch die Motivation mit Begeisterung an unserem Projekt „Humanitäres Dorf“ teilhaben zu können. Ich habe immer noch Wünsche und Träume, die sich nur in einem selbst bestimmten, freien und naturnahen Er-Leben verwirklichen werden.